Projekte

 

SIBYLLA

Kai Wessel, Countertenor

mixtura

Katharina Bäuml, Schalmei
Margit Kern, Akkordeon

CD erschienen beim Label Genuin am 15.11.2014
Coproduktion mit dem Deutschlandfunk

 

Die Beschreibung

Bei Heraklit, ca. 500 vor Christus, erfahren wir das erste Mal von einer in Ekstase weissagenden  Frau mit Namen Sibylla, auch Platon weiß von einer solchen Seherin, Aristophanes, der Komödienschreiber, unterzieht sie seinem Spott.

Später gibt es mehrere Sibyllen an verschiedenen Orten und in verschiedenen Ländern.
 Beim römischen Schriftsteller Varro (im 1. vorchristlichen Jahrhundert) finden sich bereits zehn Sibyllen, daran knüpft im 4. nachchristlichen Jahrhundert  Lactantius an, der eine Reihe von Sibyllensprüchen an das abendländische Mittelalter übermittelt: Sibylla als Orakel soll ihre prophetischen Weissagungen in Ekstase vortragen, wie Kassandra bedürfen aber auch ihre Weissagungen einer Auslegung.

Für das Christentum bekommen die Sibyllenorakel Bedeutung, weil sie in Entsprechung, aber auch im Gegensatz zu den männlichen Propheten des Alten Testaments die Weissagung des Heilsgeschehens und die Ankunft des Christus verkünden.
Häufig wurden Propheten und Sibyllen gemeinsam dargestellt.
 In der jüdischen Kultur ist die Figur der Sibylla als Sabba oder Sambethe bekannt. Auch das Konzept der messianischen Heilserwartung ist mit Sibylla verbunden. 
Wahrscheinlich sind die Prophetiae Sibyllarum das eigenartigste und verschlossenste Werk von Orlando di Lasso. Sie sind von ihm erstmalig und das einzige Mal vertont worden und entfernen sich weit vom Kompositionsalltag des 16. Jahrhunderts.

Sicherlich waren sie niemals dazu gedacht in einer kompletten Abfolge vorgetragen zu werden.
Diesen Gedanken greift mixtura mit der Realisierung der Prophetiae Sibyllae auf. Zeitgenössische Komponistinnen haben sich im Auftrag des Duos neu mit der Figur der Sibylla und damit verwandten Quellen beschaftigt und drei aussergwöhnliche Musikstücke geschaffen , die zusammen mit dem Werk von Orlando di Lasso erklingen. Dabei setzen sich Karin Haussmann, Annette Schlünz und Babette Koblenz in ganz unterschiedlicher Weise in Beziehung zu Sibylla und der Renaissancekomposition von Orlando die Lasso.

Alle Auftragskompositionen sind für MIXTURA entstanden.

Karin Haußmann "an der Stimme gekannt"
Annette Schlünz "9 Gesänge für Countertenor, Schalmei und Akkordeon"
Babettte Koblenz "Around" 

Orlando die Lasso "Prophetiae Sibyllarum"

 

DIALOGUES- Archipel Machaut

mixtura

Katharina Bäuml, Schalmei
Margit Kern, Akkordeon

CD erschienen beim Label Genuin am 15.8.2013
Coproduktion mit dem BR Studio Franken

 

„MIXTURA“, die Nähe von scheinbar weit Entferntem.

In seiner religionsphilosophischen Schrift „Gespräch eines Philosophen, eines Juden und eines Christen“ entwirft Pierre Abeilard sein visionäres Programm einer Begegnung der Religionen, spricht dabei von Toleranz und Solidarität über alle Glaubensgegensätze hinweg. Mit seiner Abhandlung wurde Abeilard zum christlichen Vorläufer der religiösen Aufklärung. Niedergeschrieben vor 850 Jahren hat sie bis heute nichts an Aktualität verloren. 

Pierre Abeilards Philosophie der gegenseitigen Achtung und Suche nach gemeinsamen Werten wird auch heute durch die aktuellen politischen Ereignisse immer wieder in unser Bewusstsein gerufen. Sein freiheitliches Denken führte zu einem Publikationsverbot, päpstlichem Bann und Klosterhaft. Dennoch verkörperte den Pierre Abeilard sein Leben lang den Typus des Freidenkers, auf dessen Geisteswelt hin sich auch die neuen Kompositionen beziehen sollen.

Die von Abeilard dargestellte visionäre Begegnung wird im Projekt „Dialoge“ auf unterschiedlichen Ebenen gespiegelt.

Neue Kompositionen erklingen zusammen mit Musik des 15.Jahrhunderts von Guillaume de Machaut, arrangiert für Schalmei und Akkordeon. 

Alle neuen Kompositionen liegen bewusst in den Händen von Komponisten ganz unterschiedlicher Provenienz – und lassen so das Gespräch zwischen einem Philosophen (damals die Domäne der Araber), einem Juden und einem Christen faktisch im 21.Jh. neu entstehen.

Im Zusammenspiel zwischen einem mittelalterlichen und einem modernen Instrument (Schalmei und Akkordeon), im Dialog zwischen alter Musik (Guillame de Machaut) und in neu beauftragten Kompositionen von Samir Odeh-Tamimi und Sidney Corbett wird diese Idee verwirklicht.

So, wie „mixtura“ neue Hörhorizonte öffnet, werden mit dem nebeneinander Stellen von scheinbar Entferntem die Dialoge in die Gegenwart übernommen.

Alle Auftragskompositionen sind für MIXTURA entstanden.

Sidney Corbett "Archipel Machaut"
UA Lausitzer Musiksommer 2012
Sarah Nemtsov "Briefe - Heloisa"
UA Lausitzer Musiksommer 2012
Samir Odeh-Tamimi "ÒD" 
UA Synagoge Hainsfarth 2012

Guillaume Machaut "Messe de nostre Dame", "Chansons"

 

MINIATURES

mixtura

Katharina Bäuml, Schalmei
Margit Kern, Akkordeon

Debut-CD erschienen am 22.11.2011 
beim Label Genuin
Coproduktion mit dem DLF

 

MINIATURES - Die Beschreibung

Margit Kern und Katharina Bäuml waren von Anfang an davon überzeugt, dass es mehr sein müsste als ein nur klangliches Experiment. Auf der vorliegenden Einspielung geht es um nicht weniger als die Begegnung verschiedener Zeiten und Spielkulturen. Vergangenes wird wieder gegenwärtig, Neues erscheint in anderem Kontext, und es entstehen klangliche Kombinationen, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Beide Instrumente verlassen dabei ihren musikgeschichtlichen Raum. Das Akkordeon als das zeitgenössischere Instrument begibt sich in das Repertoire von Renaissance und Frühbarock. Die Schalmei entfaltet ihre vergessene Virtuosität und ihrem archaischen Klang als Potential für heutiges Komponieren. 

So verschiedene Komponisten wie Erwin Koch-Raphael, Snezana Nesic, Tatjana Prelevic, Sharoukh Khajenuri, Ali Gorji, Joachim Heintz und Eduardo Flores-Abad haben erste Originalkompositionen für diese Duobesetzung komponiert, deren Uraufführungen im Rahmen des Gründungskonzertes 2010 in Bremen stattfanden. Eigene Arrangements von Werken der Renaissance sowie Orgelwerke von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 – 1621) bilden dazu einen Gegenpol. 

Alle Auftragskompositionen sind für MIXTURA entstanden

Ali Gorji, Joachim Heintz, Erwin Koch-Raphael, Shaoroukh Khajenouri, Snezana Nesic, Tatjana Prelevic

Mein Herz (Il mio cuore)


Katharina Rikus, Alt 
Mixtura 
Katharina Bäuml, Schalmei 
Margit Kern, Akkordeon